Anleitungen
Ein praktisches System, das eine volle Woche aushält. Ohne Disziplin.

Auf einen Blick
Geh deine Kontaktliste einmal durch und vergib jeder Person wöchentlich, monatlich, quartalsweise, jährlich oder nie - mit dem Dunbar-Spickzettel als Leitfaden. Grob reicht.
Nach Anruf oder Abendessen schreib einen Satz zum Kontakt: worüber ihr geredet habt und welches Versprechen du gabst. Am selben Tag, bevor die Textur verblasst.
Hörst du von Geburtstag, Umzug, Job-Wechsel oder Verlust, trag es mit einer Erinnerung ein paar Tage vorher ein, damit du dich im richtigen Moment meldest.
Jeden Sonntag die überfällige Spur öffnen, drei Menschen wählen, jedem schreiben. Fünf Minuten Beständigkeit schlagen eine Stunde, die du nie findest.
Den Kontakt zu verlieren ist selten ein Mangel an Zuneigung. Es ist ein Versagen des Gedächtnisses unter Last. Beziehungen verfallen leise ohne Kontakt - und ausgerechnet die Menschen, die du am wenigsten verlieren willst, hältst du für sicher, weil sie es immer waren. Die Forschung stützt das Unbehagen: Freundschaft ist teuer im Aufbau - Studien nennen grob 50 gemeinsame Stunden bis zur lockeren Freundschaft und 200+ bis zur engen - eine verblassen zu lassen heißt also, eine Investition wegzuwerfen, die du nicht schnell neu aufbaust.
Disziplin löst das nicht, denn das Problem ist nicht Motivation - sondern dass niemand 150 Beziehungen samt letztem Kontaktdatum im Kopf hält. Ein System schon. Der Rest dieser Anleitung ist dieses System: klein, ausgelagert und so gebaut, dass eine volle Woche es nicht zerreißt.
In Contact Book hat jeder Kontakt ein Feld **Kontakt-Rhythmus**. Nie. Wöchentlich. Zweiwöchentlich. Monatlich. Quartalsweise. Jährlich. Es geht nicht um Präzision - sondern darum, jede Person in eine grobe Spur zu legen, aus der das System dich anstoßen kann.
Eine nützliche Faustregel: wie würde es sich anfühlen, drei Monate nicht gesprochen zu haben? Antwort "traurig / überrascht / da ist was passiert" → monatlich oder kürzer. Antwort "oh, schön von dir zu hören" → quartalsweise oder jährlich.
Für jede Spur gibt es eine natürliche Zahl - dein Kopf sortiert Menschen ohnehin so.
Der Anthropologe Robin Dunbar fand heraus, dass unsere Beziehungen in verschachtelten Kreisen von rund 5, 15, 50 und 150 Menschen liegen - und dass die innersten den Großteil unserer sozialen Energie binden: die engsten ~5 etwa 40 %. Das passt fast perfekt auf einen Kontakt-Rhythmus, und genau deshalb funktioniert dieser Spickzettel: Du erfindest keinen Zeitplan, du benennst den Rhythmus, den du längst spürst. Eine tiefere Version steht in unserer Aufschlüsselung Kontakt-Rhythmus nach Stufe.
Nach jeder wichtigen Begegnung (ein Anruf, ein Abendessen, eine längere Sprachnachricht) öffne den Kontakt und trag's ein. Ein Satz reicht. "Über Saras Job-Wechsel geredet, Brunch im Mai zugesagt." Mehr nicht.
Wartest du bis morgen früh, ist die Textur weg. Du siehst nur den Kalender-Eintrag und schreibst "geredet". Der Witz ist, das Was festzuhalten, damit das nächste Gespräch einen Faden hat.
Lebensereignisse sind die nicht-routinemäßigen Momente - Geburtstage, Hochzeitstage, Hochzeiten, Geburten, Eltern im Krankenhaus, große Jobwechsel, Umzüge. Genau hier zählt es am meisten - und genau hier soll das System die Last tragen, die du nicht trägst.
Hörst du von einem Lebensereignis, trag's am selben Tag ein. Die Erinnerung läuft ein paar Tage vorher und du schreibst die Nachricht, die du geschickt hättest, wenn du dich erinnert hättest.
Jeden Sonntagabend Dashboard öffnen, den Bereich überfällig anschauen (Leute, deren Rhythmus überschritten ist) und drei aussuchen. Jeder eine Nachricht. Mehr nicht. Fünf Minuten. Es geht nicht um Tiefe - sondern um Beständigkeit.
Das System oben läuft auf allem, was eine volle Woche übersteht. Ein Papier-Notizbuch reicht für die inneren ~15 und nicht mehr - es kann dich nicht erinnern. Der Handy-Kalender deckt Geburtstage und einzelne Nachfass-Termine ab, hat aber keinen Platz für worüber ihr zuletzt geredet habt - das nächste Gespräch startet kalt. Eine eigene Kontakt-App lohnt sich ab ~30 Menschen: Sie speichert den Rhythmus, schickt den Anstoß und hält pro Person einen Gesprächsfaden.
Bei der Wahl wäge vier Dinge ab: Gibt es ein echtes Rhythmus-Feld, kommen die Erinnerungen wirklich an, gibt es ein Gesprächslog pro Kontakt, und wo liegen deine Daten. Contact Book ist genau für diese Schleife gebaut - Rhythmus, Erinnerungen, Log pro Kontakt und Lebensereignisse - und es liegt in Deutschland, was bei einem Adressbuch mehr zählt, als man denkt. Triffst du Menschen vor allem beruflich, verschiebt der Networking-Blickwinkel die Prioritäten leicht; zählt das Budget, starte mit einer kostenlosen Option.
Häufige Fragen
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